Praxis Wendt UG Berlin Tempelhof

Stottern

Vom Stottern sprechen wir, wenn der Sprachfluss bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen gestört verläuft.
Zur Behandlung dieser Störung gibt es viele unterschiedliche Behandlungsmethoden.

Wir stellen Ihnen nachfolgend Therapieansätze zu dieser Sprachstörung vor.

 

Das Lidcombe- Programm zur Behandlung frühkindlichen Stotterns 

(Fortbildung vom 3.6. bis 5.6.2011 in Ulm bei Dr. Anne Hearne und Bettina Freerk)

 
Lidcombe = Stadtteil von Sydney

 

Bei dem Lidcombe- Programm geht es um die Behandlung von stotternden Vorschulkindern. Es ist ein a-theoretisches Programm, d.h. es betreibt keine Ursachenforschung. Es geht lediglich um das flüssige Sprechen. Die Eltern erhalten aktuelle Informationen zu physischen/ motorischen Ursachen, multifaktoriellen Auslösern und genetischen Faktoren.

Das Lidcombe- Programm ist eine von Therapeuten und Forschern entwickelte Behandlungsmethode. Es ist eine verhaltenstherapeutische Behandlung, die von den Eltern durchgeführt wird, unter der Anleitung einer Logopädin. Dadurch ist sie sehr effektiv, da die Therapie im Alltag stattfindet. Das Programm ist in zwei Phasen aufgebaut. In der ersten Phase ist das Ziel, dass kein Stottern oder fast kein Stottern auftreten soll. In der zweiten Phase beginnt die Intervalltherapie und das Ziel ist, dass kein Stottern mehr über einen längeren Zeitraum auftritt. Die Eltern werden von der Therapeutin angeleitet und haben die Aufgabe in der ersten Phase, die Sprechflüssigkeit zu messen und verbale Rückmeldungen angemessen zu geben. Dies geschieht in wöchentlichen 45-minütigen Behandlungsstunden, in denen ein Elternteil und das Kind gemeinsam mit der Therapeutin angeleitet werden. Die zweite Phase wurde entwickelt, um Rückfälle zu vermeiden und Warnzeichen früh zu entdecken.

Lidcombe basiert auf dem Prinzip des operanten Lernens. Flüssiges Sprechen des Kindes wird mithilfe von verbalen Rückmeldungen eingesetzt, um das Stottern zu verringern. Tritt Stottern auf, wird das Kind zur Korrektur aufgefordert. Diese Aufforderung darf aber nie verletzend für das Kind sein.

In der Therapie wird den Eltern nun das Vorgehen gezeigt und anschließend sollen die Eltern es zuhause in täglichen Sitzungen von ca. 15 Minuten während man sich gemeinsam ein Bilderbuch anschaut oder ein Spiel spielt mit dem Kind durchführen, wenn sie sich sicher damit fühlen. Später sollen die verbalen Rückmeldungen, wie Lob und Korrektur auf den Alltag übertragen werden.

 

Wann sollte mit der Therapie begonnen werden?

Faustregel:  Das Kind ist mindestens 3 Jahre alt und das Stottern besteht bereits länger als 6 Monate.

Statistiken beweisen, dass eine frühe Therapie besser funktioniert als eine Spontanremission und die Erfolge mithilfe des Programms den Effekt der Spontanremission übersteigt!

 

Modifikations-Ansatz

Dieser verhaltenstherapeutische Ansatz basiert auf der Annahme, dass Stottern grundsätzlich nicht heilbar ist, da die neuronale Grundstruktur

des Sprechens eines Erwachsenen mit ihren motorischen, psychogenen und teilweise neurotischen Einflüssen soweit ausgeprägt ist, dass
grundlegende Änderungen unmöglich sind.

Der Ansatz zielt daher primär darauf ab, die stotternde Sprechweise anzunehmen, mit ihr leben und sie explizit modifizieren zu lernen. Die Vorgehensweise ist verhaltenstherapeutisch angelegt und umfasst Aspekte wie

  • Annahme und Identifikation,
  • Desensibilisierung
  • Modifikation der Symptomatik,
  • Situations- und Kommunikationstraining.
     

Texte (C) Praxis Wendt für Logopädie

 

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